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(Bild: Quelle  Haller Kreisblatt)

 

Karateka Andres Fernandez von der SG Oesterweg

besteht die Prüfung zum ersten Schwarzgurt

 

Als Antonio Perez Pereira die Tür zur kleinen Turnhalle in Oesterweg öffnet, ertönt gerade ein kräftiger Schrei aus vielen Kehlen. Dann nehmen die Karate-Schüler wieder konzentriert ihre Position ein, bis das nächste Kommando des Trainers ertönt. Ein Wink von Perez, dann verbeugt sich Andres Fernandez kurz zum Übungsleiter und löst sich aus der geschlossenen Formation.

 

Fünf Minuten mit einem frisch gekürten Schwarzgurt. Am 15. November hat der 38-Jährige die schwierige Prüfung für den schwarzen Gurt in Dortmund bestanden: vor den Augen

von zwei strengen Prüfern des deutschen Karateverbandes. Drei Sportler der SG Oesterweg sind angetreten, nur Andres hat bestanden", sagt Antonio Perez Pereira anerkennend. Er bereitete den Karateka auf die bislang wichtigste sportliche Prüfung in seinem Leben vor und ist jetzt auch ein wenig stolz, dass sein Schützling den ersten schwarzen Gurt, den sogenannten ersten Dan, erreicht hat. Perez selbst konnte in der Vorbereitung viel Erfahrung an seinen ehrgeizigen Schützling weitergeben, er trägt bereits den vierten Dan.

 

Der Weg, den Andres Fernandez eingeschlagen hat, ist dabei durchaus ungewöhnlich. Erst vor sechs Jahren hat er wieder mit dem Karate begonnen - nach zuvor 13 Jahren Pause. "Ich hatte Probleme mit den Knien und der Hüfte. Dann kamen die Kinder, der Hausbau und berufliche Verpflichtungen hinzu." Doch als er wieder über mehr Zeit verfügte, stieg der leidenschaftliche und trainingsfleißige Karateka - in der Jugend wurde er zwei Mal NRWLandesmeister und qualifizierte sich zudem einmal für die deutsche Meisterschaft - sofort wieder ein. Es galt, sich auf vier Disziplinen für die Prüfung vorzubereiten. Zunächst das Kihon, eine Kombination von Techniken über etwa fünf Minuten. Danach musste Fernandez in Dortmund eine Kata präsentieren, einen Schattenkampf mit festgelegtem

Ablauf sozusagen. Es folgte das Kumite, der Kampf gegen einen echten Gegner. Einmal nach Vorgaben und einmal frei. "Ein halbes Jahr habe ich mich auf die Prüfung vorbereitet" Dabei musste Andres Fernandez beweisen, dass er technisch und körperlich voll auf der Höhe ist. "Ein halbes Jahr habe ich mich vorbereitet, in den letzten zwei Wochen vor der Prüfung zwei Mal täglich trainiert", berichtet der Schwarzgurt von intensiver Schinderei. Kraft und Schnelligkeit müsse man beweisen. Und Körperkoordination, ergänzt Antonio Perez Pereira.

Vor allem aber sei die Motivation im Karate wichtig. "Nur so geht es", sagt Andres Fernandez mit Blick auf die harte Vorbereitung.

Nun hat er das Ziel erreicht, nachdem er jahrelang strebte. Und blickt doch schon auf das nächste, wie er schmunzelnd zugibt. "Klar würde ich gerne auch den zweiten Dan erreichen. Aber erst mal genieße ich jetzt den ersten. Und außerdem ist die nächste Prüfung erst in zwei Jahren wieder möglich." Vermutlich wird Andres Fernandez dann nicht viel Zeit verstreichen

lassen und beim Training wieder zulegen. Der Schwarzgurt lächelt kurz, verbeugt sich vor dem Übungsleiter - dann nimmt er wieder seinen Platz in der Formation ein. Auch wenn er jetzt den ersten Dan trägt -  ...... es gibt noch viel zu lernen.

 

(Text: Quelle Haller Kreisblatt)