Dieses Jahrzehnt wurde von Herbert Johanning (von der Gründung bis 1973) und von Alfred Ammermann (1974 - 1981) bestimmt. Übrigens wurde "unser" Bürgermeister Fritz Holtkamp stets einstimmig zum Wahlleiter bestimmt; er übte diese Funktion 18 Jahre aus (von 1970 bis 1990 - Ausnahme 1983 und 1987; warum eigentlich?).

Nach der Gründung wurde im Jahre 1972 der "Fußballobmann" in den Vorstand gewählt; dieser wurde aber später vom 3. Vorsitzenden und von 1973 bis 1976 auch vom Geschäftsführer H.-D. Böhler ausgefüllt (Jahreshauptversammlung am 13.02.1976 - Böhler: "Um mich intensiver den Aufgaben der Geschäftsführung widmen zu können möchte ich den Aufgabenbereich des Fußballobmanns an den 3. Vorsitzenden abtreten". Der Senioren-, Damen- und "Alt-Herren-Fußball", wie auch die "Gymnastik" wurden in den Jahren 1970 bis 1972 eingeführt. Zu dieser Zeit machte auch der Jugendfußball seine ersten Gehversuche.

Im Jahre 1972 "entschied der Gemeinderat sich für den Ankauf des Geländes am Jugendwohnheim, Besitzer Werner Potthof". Die Jahre 1973 und 1974 wurden geprägt von der Aktion "Unser Dorf soll schöner werden" und vom Ausbau des Sportplatzes. Die Anstrengungen wurden belohnt. Das Dorf Oesterweg holte im Bundeswettbewerb Gold. Die Einweihung des neuen Sportgeländes (in Eigenarbeit mit viel Schweiß erstellt), der "Hesselsportanlage", wurde am 12.06.1974 in einem würdigen Festakt begangen. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Verein 329 Mitglieder (davon 128 Jugendliche).

In der Jahreshauptversammlung vom 03.03.1973 stellte Dieter Raabe nach der Prüfung der Bücher fest: "Die SG ist den Kinderschuhen entwachsen". Die Einnahmen lagen bei 12.662,58 DM und die Ausgaben bei 12.324,48 DM; dies ergab einen Bestand von 1.878,27 DM. Die Jahresbeiträge wurden angehoben. Männer 30,-- DM, Frauen 24,-- DM, Kinder bis 14 Jahre 12,-- DM und Jugendliche bis 18 Jahre 18,-- DM. Ebenfalls stellte H.-D. Böhler fest: "Technischer Leiter ist eine unglückliche Bezeichnung"; dieser Begriff wurde dann auch abgeschafft. In diesem Jahr wurde erstmals auch der Jugendleiter (später Jugendausschußvorsitzende genannt) Mitglied im Vorstand.

Im Jahr 1975 wurde die Gaststätte "Fenske" zum Vereinslokal bestimmt. Ende der 70er Jahre wurde eine Zeitschrift bzw. ein Heft - die "SG - Oe - Aktuell" - herausgebracht; es gab ein Redaktionsteam, das zumeist von Hans-Uwe "Leo" Maier wesentlich beeinflußt wurde. Der erste Sportlerball fand am 11. März 1972 mit gutem Erfolg in der Gaststätte Margenau statt. Die Resonanz ließ in den kommenden Jahren etwas nach, so dass im Jahre 1977 ein Festausschuß gegründet wurde.

Die Oesterweger konnten schon immer gut feiern; es gab und gibt immer noch viele schöne Feste im Dorf - mit der Wiedereinführung des Sportlerballs im Jahre 1979 kam aber nun noch ein Highlight hinzu; er genießt heute noch einen "Kult-Status" und läßt den Saal der Gaststätte Margenau beben. Beendet wird diese Veranstaltung bis heute noch von Helga Margenau im weißen Kittel ("Helga bitte - mach das Licht noch nicht aus" !).

Vorstandsarbeit leisteten in diesen Jahren:

Herbert Johanning (1. Vorsitzende von der Gründung bis 1973).

Alfred Ammermann (1. Vorsitzende von 1974 - 1981).

Hans-Dieter Böhler (2. Vorsitzende 1971; Geschäftsführer von 1972 - 1981).

Siegried Renner (2. Vorstitzende 1970 und "Technischer Leiter" 1971 und 1972).

Helmut Terrach (2. Vorsitzende 1972 - 1974).

Wilfried Wacker (2. Vorsitzende 1975 - 1982 und 3. Vorsitzende 1974).

Bernd Kempa (3. Vorsitzende 1975).

Kurt Schmidt (3. Vorsitzende bzw. Fußballobmann 1976 und 1977).

Werner Raabe (3. Vorsitzende bzw. Fußballobmann von 1978 - 1982 und "Technischer Leiter" 1970).

Reinhard Selle (Geschäftsführer 1970 und 1971).

Heinz Krause (Fußballobmann 1972 und 1973).

Manfred Eggert (Vorsitzender des Jugendausschusses 1973 - 1981).

"Mit Stolz können wir sagen, daß dieses Sportjahr ein Jahr der zunehmenden sportlichen Aktivitäten war. Neben der Knaben-, Schüler-, Jugend- und der ersten Senioren-Fußballmannschaft und der Damen- und Herrengymnastikgruppen, nahm die Reserve-, Alte-Herren- und Damenmannschaft den Spielbetrieb im Fußball auf. Diese sportliche Aktivität unserer SG ist zu einem lebenden Element unserer Gemeinde geworden" (H.-D. Böhler in "Rückblick auf das Sportjahr 1971 bis Mai 1972 - alle weiteren Sätze in Anführungszeichen sind auch von ihm; in Band: Chronik 1971 - bis März 1975).

Senioren-Fußball
Die I. und die Reservemannschaft wurden von Wilfried Teubner und ab der Spielzeit 1972/1973 von Dieter Müller betreut. Die SG kam, sah und siegte; der ersten Mannschaft fehlte in der dritten Kreisklasse nur ein Punkt zur Meisterschaft und zum Aufstieg. Das erste Spiel in der Meisterschaft wurde gewonnen. "Die Siegesfeier fand abends bei Helmut Terrach statt. Getränke und Schnitzel, die von Günter Könitzer und Kurt Silke zubereitet wurden, wurden von Vorstandsmitgliedern gestiftet". Es wurde aber wieder "nur" die Vizemeisterschaft. Der Trainer ging. Rainer Sandkühler - als Spieler gekommen - wurde nun auch Coach. Die Reservemannschaft wurde abgemeldet; und wieder reichte es "nur" zur Vizemeisterschaft (in sieben Serien fünf mal Vizemeister).

Der lang ersehnte Aufstieg in die 2. Kreisklasse gelang mit dem Trainer Günther Heinrich "endlich" in der Serie 1976/1977. Eine Serie später wurde - auch mit G. Heinrich - souverän der Aufstieg in die B-Liga erreicht (mit über 140 erzielten Toren, weniger als 10 Gegentoren und über sieben Punkten vor dem Zweiten); es folgte auch sogleich am 18.04.1978 die Einweihung der "Trainingsbeleuchtung" - der Flutlichtanlage. Die Reservemannschaft wurde - nach zwischenzeitlich zwei Abmeldungen - in diesem Jahrzehnt erst ab der Serie 1977/1978 zu einem "Unterbau" der I. Mannschaft.

In der Serie 1978/1979 wurde eine dritte Mannschaft gemeldet; sie bestand aus jugoslawischen Gastarbeitern (Club "JEDINSTVO"). "Um unseren jugoslawischen Freunden die Freizeit in ihrer zweiten Heimat besser zu gestalten, ist ihnen unsere ideelle Unterstützung in jeder Weise sicher" (aus: SG-Oe "aktuell" von M. Eggert, H.-D. Böhler).

In der Serie 1979/1980 wurde mit der "Ersten" der Aufstieg in die Kreisliga A "angepeilt", zumal in der kommenden Serie eine zweite "Kreisliga A - Gruppe" gebildet werden sollte; der Platz sieben in der B-Liga wäre dann ausreichend gewesen. Die "Chemie" stimmte nun nicht mehr, so dass am 01.01.1980 Heinz-Gerd "Henner" Werring "aus den eigenen Reihen" als neuer Trainer auserkoren wurde. Übrigens: Der Aufstieg in die Kreisliga A wurde doch noch geschafft!! - Gleichzeitig wurden unsere jugoslawischen Freunde schon in ihrer ersten Saison B-Ligisten.

Ach - und da war doch noch: das Schiedsrichterproblem; es stellte sich schon in den ersten Jahren - und wurde gelöst. "Die Sportkameradin Herta Raabe bestand als erste Dame aus unserem Kreis Halle die Schiedsrichterprüfung. Ehemann Werner Raabe und Siegfried Stiewe legten am gleichen Tage mit Erfolg die Prüfung ab, so daß wir jetzt mit Jürgen Tabor das Soll mit vier Schiedsrichtern erfüllt haben".

Jugend-Fußball
Die Jugend wurde von Werner Kampwerth und die Knaben und Schüler von Burkhard Sirges angeleitet. Der sportliche Erfolg stellte sich anfangs noch nicht so recht ein. "Seit Otto Kleine-Mowwe, der das Training der Jugend übernommen hat, geht es auch hier mit Riesenschritten bergauf".

Bei den Knaben ging es mit Manfred Eggert, - der auch 1973 zum ersten Jugendausschussvorsitzenden ernannt bzw. gewählt wurde -, H.-H. Blumenstein und Rainer Sandkühler ebenfalls deutlich aufwärts. Sechs Mannschaften wurden in der Serie 1974/1975 in´s Rennen geschickt; die Plazierungen waren gut bis mittelprächtig. Diese Situation setzte sich in den Folgejahren fort.

Im Jahre 1974 ging unter der Regie von Ruth Deede eine Mädchenmannschaft auf Torejagd. Seit 1978 ist sie der Jugend-Fußballabteilung angegliedert. Sie wurde zu einem "prächtigen Unterbau" der Damenmannschaft.

Alt-Liga-Fußball
Die Altherrenmannschaft nahm in den ersten Jahren an Freundschafts- und Pokalspielen mit "wechselndem Erfolg" teil. Vom Winter 1973 bis Sommer 1974 gab es eine "schöpferische Pause". Auch in den Folgejahren wechselten sich kleinere sportliche Erfolge mit Misserfolgen ab.

Glich diese Mannschaft zunächst eher einer "Thekentruppe", so wurde sie schließlich ab 1977 zu einer Abteilung im Verein; Karl-Heinz Böhler - als Mitbegründer und erster Leiter bzw. Obmann gewählt - übte das Amt bis 1987 aus. Im Mittelpunkt standen dennoch zumeist "kuturelle" Ereignisse bzw. "Kult(ur)fahrten".

 Damen-Fußball
"Im Jahre 1972 faßten sich die Damen der Gymnastikgruppe ein Herz und begannen dem runden Leder nachzujagen" (aus: SG-Oe aktuell; 6. Ausgabe). Die Damenmannschaft leitete Hans-Hermann Blumenstein mit Unterstützung von Burkhard Sirges.

Im Jahre 1973 wurde die Damen-Fußball -Abteilung gegründet; Marlene Müller wurde zur ersten Frauenfachwartin gewählt, die im Jahr darauf von Waltraut Böhler abgelöst wurde. Von 1977 - 1980 wurde die Abteilung von Bettina Otto geleitet. Ruth Deede war für den Nachwuchs verantwortlich.

Das erste Spiel wurde in der Sportwerbewoche in Peckeloh "gegen eine Elf des dortigen Vereins" ausgetragen. Eine Einladung nach Bremerhaven folgte. Dort unterlag die Mannschaft mit 14:1, wie auch in den folgenden Spielen kein Sieg errungen werden konnte. Die Erbebnisse wurden im Laufe der Jahre jedoch erfreulicher. Mehr Quantität und größere Trainingsbeteiligung ließen die Qualität verbessern.

Nach den "Lehrjahren" errangen die Damen in der Meisterschaft 1974/1975 die Vizemeisterschaft. Nach H.-H. Blumenstein folgte im Februar 1977 Jürgen Tabor als Trainer, der sein Amt dann nach der Spielserie an R. Sandkühler abgab.Durch Neuzugänge und zwei "Neulingen" (Elke Beuven, Andrea Kleine) aus der Mädchenmannschaft wurden die Damen schließlich in der Spielserie 1978/1979 unter der Leitung von Rainer "Sandy" Sandkühler Meister und grüßten als Bezirksligist.

Gymnastik
Für die Damengymnastikgruppe (aus ihr erwuchs 1972 der Damenfußball) - sie besteht seit 1970 - war Gretel Böhler erste Übungsleiterin. Sie "veranstaltet neben ihren wöchentlichen Übungsabenden auch einige gesellige Abende, ...". Aber auch hier gab es den einen oder anderen "Hänger". "Nach einer längeren Pause nahmen einige Damen einen erneuten Anlauf" (aus: 4. Ausgabe der SG Oe - "aktuell") und stellten im Mai 1978 einen "stetigen Zuspruch und eine rege Beteiligung" fest.

Im Jahre 1970 wurde ebenfalls eine Herrengymnastikgruppe gegründet, die sich jedoch einige Jahre später Herrenfreizeitgruppe nannte; sie hatte hin und wieder auch "Hänger". Diese kleine Gruppe von Männern betrieb neben der Gymnastik zunehmend auch Ballspiele.